Es ist ein einzigartiges Spektakel, das sich seit 1895 beinahe jedes Jahr wiederholt: The Last Night Of The Proms. Dabei handelt es sich um die Abschlussveranstaltung der Proms (einer Abkürzung für "Promenadenkonzerte"), einer Sommerkonzertreihe in London, bei denen klassische Musik in entspannter und vor allem ungezwungener Atmosphäre gespielt wird.
Der jährliche Höhepunkt in der Royal Albert verläuft seit langem nach einem festen Programm: Zunächst werden einige populäre Klassiker gespielt - dieses Jahr u.a. von Beethoven, Wagner und Puccini. Der zweite Teil des Abends besteht schließlich aus Hubert Parrys Vertonung von William Blakes "Jerusalem", dem "Pomp and Circumstance March Nr. 1 (Land of Hope and Glory)" von Edward Elgars und last but not least der Hymne "Rule Britannia". Letztere wird seit 2004 in Henry Woods "Fantasia On British Sea Songs" verpackt, um die Besucher wenigstens halbwegs im Zaum zu halten.
Denn spätestens zu diesem Zeitpunkt ist das großteils mit Union-Jacks verzierten und Fähnchen schwingende Publikum total aus dem Häuschen und feiert ausgelassen die Musiker und sich selbst. Das ist ein wenig so, als würde die britsche Fußballfan-Kultur auf hehres klassisches Kulturgut treffen, nur dass es hier immer garantiert friedlich zugeht. Ein völlig einzigartiges Stück englischer Lebensart, das auch immer mehr Fans vom Festland begeistert!